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Aktien

Aktien Hohen Chancen aber auch große Risiken

kurseEine Aktie ist ein Wertpapier. Ihr Inhaber ist Mitinhaber des Vermögens der Aktiengesellschaft (AG). Der Aktionär ist mit dem Nennbetrag, beispielsweise 50 Euro pro Aktien, am Grundkapital der AG beteiligt. Der Nennbetrag ist völlig unabhängig vom Aktienkurs, der an der Börse gezahlt wird. Nicht alle Aktien werden an der Börse gehandelt. Da die Aktien einen Anteil an einem Unternehmen verbriefen, zählen sie als Sachwert.

Die Verwahrung von Aktien geschieht in einem Wertpapierdepot. Ein solches bieten klassische Banken und Direktbanken an. Den Kauf und Verkauf einer Aktie tätigen Depotinhaber zum jeweils gültigen Börsenkurs.

Waren Aktien in früheren Zeiten schön gestaltete Urkunden (effektive Stücke), erhalten Aktionäre heute ihre Aktien in der Regel nur noch als virtuelle Stücke mit einer Buchung im Wertpapierdepot der Bank.

Hohes Risiko – Verlust möglich

Aktien haben die Chancen auf hohe Gewinne, jedoch auch das Risiko von Verlusten, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Geldes.

Der Kurs einer Aktie bildet sich an der Börse, beim Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Erwartungen und Einschätzungen zum Unternehmen, Meldungen von diesem sowie Trends von Branchen oder Regionen beeinflussen den Kurs. Auch die aktuelle Konjunkturlage und ihre Indikatoren, wie beispielsweise dem Geschäfts- oder Konsumklimaindex, haben Einfluss auf Aktienkurse. Genauso ist es mit dem politischen Umfeld und bedeutenden Ereignisse, wie Terroranschlägen und Firmenpleiten.

DAX & Co zeigen die Stimmung

Ein Stimmungsbarometer für den Aktienmarkt in Deutschland ist der Deutsche Aktienindex (DAX). Die Zahl wird aus den Aktienkursen der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen, die in Deutschland börsennotiert sind, berechnet. Die Angabe erfolgt in Punkten (auch Zähler genannt).

Was der DAX für Deutschland ist, ist der Dow Jones oder Nasdaq für die Vereinigten Staaten von Amerika. Für die Euro-Zone gibt es den Euro Stoxx-50 und für den weltweiten Aktienmarkt den MSCI Weltindex.

Chance bei Aktien liegt in Dividende und Wertsteigerung

gewinnEin Ertrag aus Aktien kann zum einen aus der Dividende und zum anderen aus Wertsteigerungen resultieren. Für beides gilt, Ergebnisse aus der Vergangenheit, können nicht in die Zukunft übertragen werden. Hat sich eine Aktie beispielsweise in den letzten Jahren gut entwickelt, ist der Kurs gestiegen und erhielten die Aktionäre eine hohe Dividende, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies zukünftig auch der Fall sein wird.

Die Dividende ist eine Beteiligung am Gewinn der Aktiengesellschaft. Ihre Höhe wird auf der Hauptversammlung beschlossen. Eine Aktiengesellschaft muss jedoch keine Dividende zahlen. Gab es keinen Gewinn oder ist dieser niedrig, kann es sein, dass mehrere Jahre am Stück keine Dividende ausgezahlt wird.

Ein Maß für die Dividende ist die Dividendenrendite. Diese Zahl ergibt sich, wenn die zuletzt ausgeschüttete Dividende durch den aktuellen Kurs der Aktie geteilt und mit 100 multipliziert wird. Sie misst wie viel Prozent Rendite eine Aktie aufgrund der Dividende einbringt. Die Dividendenrendite wird oft als Kennzahl bei den Aktiendaten angegeben. Sie erlaubt einen Vergleich mit der am übrigen Kapitalmarkt erzielbaren Verzinsung.

Von einer Wertsteigerung der Aktien profitiert der Aktionär, wenn er seine Aktien zu einem höheren Börsenkurs verkauft, als dass er diese gekauft hat. Fällt der Kurs hingegen unter den Kaufkurs, kann es zu einem Verlust des eigesetzten Kapitals kommen. Allerdings nur, wenn der  Verkauf wirklich erfolgt und der Verlust somit realisiert wird. Der richtige Ein- und Ausstiegszeitpunkt ist für die Aktienanlage essentiell.

Aktionäre haben in der Regel auch das Recht an der jährlichen Hauptversammlung der AG teilzunehmen und ihr Stimmrecht auszuüben. Auf der Hauptversammlung werden Beschlüsse zur Verwendung des Jahresgewinns, zu Dividendenausschüttung sowie zu Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gefasst. Pro Aktie gibt es ein Stimmrecht. Kleinaktionäre haben daher nicht wirklich viel zu sagen. Die Eintrittskarte für die Hauptversammlung kann in der Regel über die depotführende Bank bestellt werden. Eigentümer von Vorzugsaktien haben meist kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und erhalten als Ausgleich eine höhere Dividende.

Transaktionsgebühren bei Anbietern unterschiedlich

Für die Verwahrung von Aktien ist ein Depot zwingend notwendig. Direktbanken bieten diese vielfach kostenfrei an. Kosten fallen dann für eine Order, ein Kauf oder Verkauf einer Aktienposition an.

Diese können dann einen bestimmten Prozentsatz vom Kurswert betragen, beispielsweise 0,25 Prozent oder es kann eine pauschale Gebühr berechnet werden. Die Kostenmodelle sind vielfältig. Vor der Wahl eines Depotanbieters empfiehlt es sich die Konditionen und die jeweiligen Bedingungen genau zu vergleichen.

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Dividenden und Kursgewinne unterliegen Abgeltungssteuer

tabelleDie Erträge aus den Aktien – die Dividenden und Wertsteigerungen – sind als Erträge aus Kapitalvermögen vollständig steuerpflichtig. Eine Ausnahme bilden Wertsteigerungen von Aktien, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden. Diese Kursgewinne sind steuerfrei.

Bei Aktien, deren Kauf nach dem 01.01.2009 lag, sind alle Kursgewinne steuerpflichtig, jedoch können auch die Kursverluste berücksichtigt werden. Diese lassen sich mit den Kursgewinnen aus Aktiengeschäften verrechnen. Allerdings nur mit diesen und nicht mit Dividenden oder Zinszahlungen. Kann der Verlust im betreffenden Jahr nicht verrechnet werden, ist ein Vortrag in das folgende Jahr möglich.

Sofern die Kapitalerträge insgesamt den Freibetrag von 801 Euro (Alleinstehende) / 1.602 Euro (Verheiratete) übersteigen, erfolgt die Berechnung von Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer und bei der Zugehörigkeit zur katholischen oder evangelischen Kirche, Kirchensteuer von acht oder neun Prozent (je nach Bundesland).

Sofern der persönliche Steuersatz des Depotinhabers unter 25 Prozent liegt, ist eine Steuerrückerstattung über die Einkommenssteuererklärung möglich. Bei steuerlichen Fragen kann ein Steuerberater helfen.

Fünf häufige Fragen:

1. Für wen sind Anlagen in Aktien geeignet?

Aktionäre müssen sich immer dem Risiko bewusst sein, dass es keine gesicherten Gewinne gibt. Nicht nur, dass möglicherweise keine Dividende gezahlt wird, sondern auch ein starker Kursabfall, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals, kann eintreten. Ein Verlust wird jedoch erst mit einem Verkauf realisiert. Von zwischenzeitlichen Wertschwankungen dürfen sich Aktionäre nicht nervös machen lassen.

Aktien sind nicht für die kurzfristige Anlage geeignet. Zudem sollte kein Kapital investiert werden, welches zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder zur Verfügung stehen muss.

2. Was sollte bei einer Investition in Aktien beachtet werden?

Die Auswahl der Aktientitel sollte sorgsam erfolgen. Da eine Aktienanlage keine Gewinne garantieren kann und sogar Verluste möglich sind, ist es ratsam, in eine Aktienposition nicht zu viel Kapital zu investieren. Zudem ist zur Risikostreuung die Auswahl mehrerer unterschiedlicher Aktienwerte, die aus verschiedenen Branchen und Regionen stammen, sinnvoll.

Die Kunst bei Aktienanlagen liegt neben der richtigen Auswahl eines Wertes, darin, den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf abzupassen. Bereits mit Kauf sollten daher ein Kursziel fest gesteckt werden, nach oben wie nach unten, so dass Gewinne mitgenommen und auch Verluste begrenzt werden.

3. Welche Alternativen gibt es zu Aktien? 

Wer nicht selbst in einzelne Aktienpositionen investieren möchte, für den sind Investmentfonds eine gute Alternative. Das Fondsmanagement trifft dann die einzelnen Aktienentscheidungen. Aufgrund der Vielzahl der Einzeltitel, die im Fonds enthalten sind, ist auch das Risiko reduziert.

Eine Alternative zu Aktien sind auch Exchange Traded Funds (ETFs), die theoretisch einen Aktienindex nachbilden. Die Entwicklung entspricht der, des ausgewählten Index.

4. Wie funktioniert die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei einer Direktbank? 

Die Eingabe der persönlichen Daten (Vor- und Nachname, Adresse, Geburtsdatum) kann online vorgenommen werden. Ein Depot kann in der Regel auf eine einzelne Person oder auf mehrere Kontoinhaber (Eheleute) eröffnet werden. Notwendig ist für ein Depot auch die Angabe eines Verrechnungskontos. Über dieses werden die Käufe und Verkäufe sowie die Ertragsgutschriften abgewickelt. Zudem muss laut Gesetz jeder Depotinhaber nach seinen bisherigen Erfahrungen mit Aktien befragt werden.

Die vollständige Nutzung des Kontos kann erst nach der gesetzlich vorgeschriebenen Legitimationsprüfung erfolgen. Dazu stellt die Direktbank dem neuen Kunden einen PostIdent-Coupon zum Ausdruck zur Verfügung. Mit diesem und dem Personalausweis muss der Kontoinhaber persönlich zur einer Postfiliale oder –agentur gehen, um seine Identität prüfen zu lassen. Die Bestätigung dessen sendet die Post an die Direktbank.

Nachdem der Depotinhaber seine Zugangsdaten für das Online-Banking (Depotnummer, Geheimzahl und Transaktionsnummern, sofern nicht Nutzung der mobilen TAN) erhalten hat, können Wertpapiergeschäfte getätigt werden.

5. Wie erfolgt ein Kauf  bzw. Verkauf einer Aktienposition über eine Direktbank?

Besteht ein Wertpapierdepot können die Aufträge für Kauf und Verkauf direkt online gestellt werden. Bei dem Kauf einer Aktie zeigt die Eingabemaske in der Regel nach der Eingabe des Aktiennamens bzw. der Wertpapierkennnummer, verschiedene Handelsplätze an. Dies können zum Beispiel Direkthandel und Xetra (elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse AG) sein oder auch Parkettbörsen wie Frankfurt, München oder Stuttgart. Zusätzlich zeigt die Maske den aktuellen Kurs an der jeweiligen Börse sowie die anfallenden Zusatzkosten, wie Courtage, die neben den Ordergebühren der depotführenden Bank anfallen.

Hat sich der Käufer für eine Börse entschieden, kann entweder die Stückzahl der gewünschten Aktien oder auch ein maximaler Betrag, der investiert werden soll, eingegeben werden. Zusätzlich ist es möglich ein Limit anzugeben. Bei einem Kauf gibt dieses den Kurswert an, der höchstens für die Aktie gezahlt werden soll. Wird dieser Kurs nicht erreicht, erfolgt keine Ausführung der Kauf-Order. Für jedes Limit kann ein Gültigkeitsdatum, beispielsweise bis Monatsende, genannt werden. Wird für eine Order kein Limit angegeben, erfolgt der Kauf zum nächsten Kurs.

Für jeden abgewickelten Kauf erhält der Depotinhaber eine Abrechnung in die Online-Post-Box. Auf dieser sind der Kurs sowie die Gebühren detailliert aufgelistet.

Ein Verkauf einer im Depot vorhandenen Aktienposition geschieht ähnlich wie ein Kauf. Das Depot mit seinem Inhalt wird am Bildschirm aufgerufen und die Aktienposition, die verkauft werden soll, wird angeklickt. Danach kann der gewünschte Handelsplatz ausgewählt werden. Auch bei einem Verkauf besteht die Möglichkeit ein Limit, d.h. einen Kurswert anzugeben, der bei dem Verkauf mindestens erzielt werden soll. Wird dieser Kurs nicht erreicht, wird der entsprechende Aktienwert auch nicht verkauft.

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