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Fonds

Fonds Vielseitige und bequeme Geldanlage

Ein Fonds sammelt Kapital von vielen Anlegern ein und investiert es gemäß seinen Anlagerichtlinien in Vermögenswerte. Die Gesamtheit der von Anlegern eingezahlten Gelder wird als Sondervermögen bezeichnet. Unter den Gattungen Fonds gibt es offene Fonds und geschlossene Fonds.

Investmentfonds sind offene Fonds

Offene Fonds haben auch die Bezeichnung Investmentfonds. Zu ihnen zählen:

gewinn

Als offen sind die Fonds bezeichnet, da ihr Vermögen nicht begrenzt ist. Die Zahl der Anteile ist unbestimmt und sie haben keine feste Laufzeit. In der Regel ist bei offenen Fonds ein täglicher Kauf und Verkauf möglich.

Im Umfeld der Finanzkrise kam es in der Vergangenheit bei offenen Immobilienfonds zu der Situation, dass zu viele Anleger gleichzeitig ihre Anteile zurückgeben wollten. Da das Kapital zu einem großen Teil in Immobilien gebunden ist, mussten die Fonds geschlossen werden. Dies stellt jedoch einen Ausnahmefall dar.

Geschlossene Fonds sind keine typischen „Fonds“

Bei den geschlossenen Fonds ist das Fondsvermögen von Beginn an, auf eine bestimmte Summe begrenzt. Ist diese erreicht, werden keine weiteren Anteile mehr ausgegeben. Die Gesellschaft ist auch nicht verpflichtet Anteile während der Laufzeit zurückzunehmen.

Die Investition in einen geschlossenen Fonds ist nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes möglich. Die Fonds sind auf eine langfristige Anlage (10 bis 30 Jahre) ausgerichtet und eine Investition ist erst mit mehreren Tausend Euro möglich. Geschlossene Fonds investieren beispielsweise in Immobilien, Schiffe, Windparks oder Filme (Medienfonds).

Investmentfonds für jedermann geeignet

Im allgemeinen Sprachgebrauch sind bei der Verwendung des Begriffs „Fonds“, Investmentfonds gemeint. So auch bei den nachfolgenden Ausführungen.

Der Eigentümer eines Investmentfonds-Anteils hat einen Anspruch auf Beteiligung am Ertrag sowie ein Recht auf Rücknahme. Für die Verwahrung ist zwingend ein Depot notwendig.

Die Anlagestrategie sagt, in welche Wertpapiere ein Fonds investieren darf 

Bei jedem Investmentfonds ist die Anlagestrategie genau definiert. In dieser ist beispielsweise festgeschrieben, ob ein Fonds in Aktien oder Renten investieren darf. Ist es dem Fonds erlaubt in beides zu investieren, ist jeweils festgelegt zu welchem Prozentsatz. In der Strategie ist auch die regionale Anlagestruktur definiert, dass heißt es ist festgelegt, ob der Fonds nur in Deutschland, innerhalb Europas, in den USA oder auch weltweit investieren darf. Auch eine Spezialisierung auf Branchen, wie zum Beispiel in Biotechnologie oder Energieunternehmen, ist möglich. So wählt der Anleger zwar nicht einzelne Wertpapiere aus, kann sich jedoch für einen Anlageschwerpunkt entscheiden.

Anleger können in einen Investmentfonds mit einem Einmalbetrag investieren. Möglich ist es jedoch auch, regelmäßig, zum Beispiel monatlich, für einen bestimmten Betrag Anteile des gleichen Fonds zu kaufen. Dies geschieht mit einem Fondssparplan. Da der Kurs bei den monatlichen Käufen mal höher und mal niedriger ist, entsteht der Vorteil des günstigen Einstandspreises (Cost-Average-Effekt) im Vergleich zu einer Einmalanlage.

Risiko von Kursschwankungen gibt es immer

kursdiagrammInvestmentfonds sind nicht für eine kurzfristige Anlage geeignet (Ausnahme Geldmarktfonds). Denn der Kurs eines Investmentfonds ist abhängig vom Markt und den Börsen. Er unterliegt dem Risiko von Kursschwankungen. Wie jede Anlage in Wertpapiere, ist auch eine Investition in einen Investmentfonds mit Unsicherheit und Risiko verbunden. Wer investiert sollte sich dessen bewusst sein. Je nach dem, ob der Fonds in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilien anlegt, ist das Schwankungsrisiko höher oder niedriger.

Im Vergleich zu einer Anlage in einen Aktienwert, ist die Investition in einen Aktienfonds mit weniger Risiko verbunden. Dies resultiert daraus, dass der Fonds nicht nur in einen Wert investiert, sondern in viele verschiedene. Aufgrund dieser Diversifizierung ist das Risiko gestreut.

Ratingagenturen, wie beispielsweise Morningstar, versuchen die Bonität eines Fonds zu beurteilen. Dazu werden Fonds, die jeweils eine ähnliche Anlagestrategie (beispielsweise Aktien Deutschland) haben, in Kategorien zusammengefasst. Innerhalb dieser erfolgt ein Vergleich der Wertentwicklungen aus der Vergangenheit und dem Fonds wird eine Bewertung zwischen ein bis fünf Sterne gegeben. Hat sich der Fonds innerhalb seiner Gruppe überdurchschnittlich entwickelt, erhält er fünf Sterne, bei einer durchschnittlichen Entwicklung drei Sterne. Die Morningstar-Sterne können für Anleger ein Anhaltspunkt sein, jedoch beruhen sie auf Zahlen aus der Vergangenheit und können keine Aussage zur zukünftigen Entwicklung des Fonds treffen.

Anteilspreis wird täglich ermittelt

Die Investmentgesellschaft ermittelt täglich einen Preis für die Fondsanteile. Dieser berechnet sich aus dem Wert des Sondervermögens dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile. Zu diesem Wert, dem Rücknahmepreis, kann ein Fondsanteil bei der Gesellschaft zurückgegeben werden. Um den Verkaufspreis (Ausgabepreis) zu ermitteln, schlagen die Gesellschaften in der Regel einen Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent zum Rücknahmepreis hinzu.

Ertrag wird jährlich ausgeschüttet oder thesauriert 

Der Ertrag von Fonds sind jährliche Gewinn-Ausschüttungen und gegebenenfalls Kursgewinne bei einem Verkauf.

Die Gewinne des Fonds, die jährlich ausgeschüttet werden, setzen sich zusammen aus Dividendenzahlungen von Aktien oder Zinszahlungen von festverzinslichen Wertpapieren – je nachdem in was der Fonds investiert hat. Des Weiteren zählen realisierte Kursgewinne dazu, die innerhalb des Fonds durch Umschichtungen der Werte entstanden sind.

Fonds, die ihren Gewinn nicht ausschütten, sondern diesen für die Wiederanlage nutzen, heißen thesaurierende Fonds. Die Anleger bekommen den jährlichen Gewinn pro Fondsanteil mitgeteilt und müssen diesen versteuern. Er wird jedoch, anstatt auf einem Konto des Anlegers gutgeschrieben zu werden, wieder in das Fondsvermögen investiert. Durch diese Wiederanlage erhöht sich die Anzahl der Anteile an dem betreffenden Fonds im Depot des Fondsinhabers leicht.

Gute Ergebnisse des Fonds aus der Vergangenheit, können nicht auch für die Zukunft vorausgesetzt werden.

Vergleich der Wertentwicklung des Fonds mit einem Index

Die Wertentwicklung eines Fonds wird meist im Vergleich zu einem Index dargestellt. Beispielsweise wäre der Vergleichsindex für einen Aktienfonds, der in deutsche Aktien investiert, der Deutsche Aktienindex DAX. Ziel des Fondsmanagements ist es, für den Fonds eine bessere Wertentwicklung zu erzielen, als die des Vergleichsindex.

Kosten für Management, Verwaltung und Verkauf

handelFür den Kauf liegt der Kurs, nach Zuschlag des Ausgabeaufschlags, um bis zu fünf Prozent höher als der Verkaufskurs. Diesen Aufschlag erhält der Verkäufer des Fonds (Vertrieb). Kosten fallen auch für das professionelle Fondsmanagement an, die direkt dem Fondsvermögen berechnet werden. Zu den weiteren fondsinternen Kosten zählen beispielsweise die Managementgebühr, die Verwaltungsgebühren sowie Depotgebühren oder Gewinnbeteiligungen.

Investmentfonds können über die Bank direkt bei der Fondsgesellschaft erworben werden. Direktbanken bieten häufig Sonderkonditionen in Form eines reduzierten oder sogar ganz wegfallenden Ausgabeaufschlags an.

Alternativ ist auch ein Kauf und Verkauf über die Börse möglich. In diesem Fall ist der jeweilige Börsenkurs zu bezahlen und es fallen die Transaktionsgebühren der depotführenden Bank an.

Alle wichtigen Infos auf dem Factsheet

Die Kosten (Managementgebühren, Ausgabeaufschlag), Informationen zur Anlagestrategie, die Wertentwicklung der Vergangenheit, die Größe des Fonds und die letzten Ausschüttungen sowie die aktuelle Vermögensaufteilung lassen sich komprimiert dem Factsheet entnehmen.

Zudem enthält das Factsheet Informationen darüber, welche Risikomentalität Käufer des Fonds mindestens haben sollten (zum Beispiel: konservativ, wachstumsorientiert, chancenbewusst).

Die Fondsgesellschaft aktualisiert das Factsheet meist monatlich. Umfangreichere Informationen können dem jeweiligen Verkaufsprospekt des Fonds entnommen werden.

Ausschüttungen und realisierte Kursgewinne steuerpflichtig

Die Ausschüttungen eines Fonds, auch bei thesaurierenden Fonds, sind als Erträge aus Kapitalvermögen steuerpflichtig. Eine Steuerpflicht besteht auch für realisierte Kursgewinne, dass heißt aus der Differenz der Kurse bei  Verkauf und Kauf. Ausnahmen bestehen für Investmentfonds, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden. Für diese Fonds sind die Kursgewinne noch steuerfrei (Altregelung).

Liegt der Bank am Tag der Ausschüttung kein Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe vor, berechnet die Bank Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und etwaiger Kirchensteuer.

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